Tourismus im Speicherkoog

SurfenTourismus findet im Speicherkoog außendeichs an den Badestellen Nordermeldorf im Norden und Elpersbüttel im Süden statt. Hier gibt es Parkmöglichkeiten und es starten geführte Wanderungen ins Watt. Zwei kleine Kiosk-Gebäude bieten Snacks an. Auf dem vom Süßwasser beeinflussten Speicherbecken der Miele können sich binnendeichs Windsurfer sportlich betätigen. Kite-Surfen ist aus Vogelschutzgründen lediglich außendeichs in einem dafür speziell freigegebenen Abschnitt erlaubt. Ergänzend sind im neuen Meldorfer Hafen zwei Segelvereine beheimatet. Im vom NABU unterhaltenen Nationalparkhaus „Wattwurm“ aus werden gebietsbezogene Führungen angeboten.

Um die hohe Wertigkeit der bestehenden Flächen zu unterstützen, haben die lokalen Akteure ein gemeinschaftlich entwickeltes Konzept erstellt, welches nicht nur den Tourismus im Speicherkoog unterstützen und aufwerten soll, sondern vielmehr die Besonderheit des Gebiets herausstellt und dieses für naturinteressierte, qualitätsorientierte Gäste erlebbar macht. Bei allen Aktivitäten und Entwicklungen haben die Akteure festgeschrieben, dass die große Bedeutung der wertvollen Schutzgebiete im Speicherkoog als Teil unseres Naturerbes dauerhaft gesichert sein muss. In Abgrenzung zu bereits vorhandenen Tourismuskonzepten in der Region stehen im Speicherkoog also der Schutz und die Erlebbarkeit der Natur, sowie der kooperative Umgang auf Flächen mit unterschiedlichen Nutzungsinteressen und –schwerpunkten im Vordergrund. So soll die Umsetzung eines umfangreichen, ganzheitlichen und inklusiven Nachhaltigkeitskonzeptes im Speicherkoog ein Modellbeispiel für die Region darstellen und Menschen mit dem Bedürfnis nach einem hochwertigen und naturzentrierten Tourismusangebot die Möglichkeit des Naturerlebnisses bieten.

Für diese Umsetzung ist als Erweiterung der bestehenden „Nationalpark-Station Wattwurm“ des NABU ein Neubau geplant, welcher über einen Verbindungsgang dem Wattwurm angeschlossen und Gästen eine erste Anlaufstelle bieten wird. Wattwurm, Verbindungsgang mit interaktiven Erlebnisstationen und Neubau bilden zusammen den Komplex „Nationalpark-Haus Meldorfer Speicherkoog“. Kernstück des geplanten Neubaus wird ein großer Ausstellungsraum, welcher nicht nur Themen des Naturschutzes oder der Wasserwirtschaft im Speicherkoog behandelt, sondern zusätzlich für Fortbildungen, Seminare und Bildungsangebote mit Bezug zum Speicherkoog zur Verfügung stehen soll. Im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung soll im Speicherkoog ein Programm zu einem außerschulischen Erlebnisstandort entwickelt werden.Nationalparkhaus

Auch die bestehenden Kioske werden in das neue Konzept integriert und haben bereits eine Aufwertung ihres Angebots vorgenommen. Unter weitgehender Vermeidung von Müll bieten sie vornehmlich regionale und saisonale Produkte an. Im nördlichen Kiosk, der sich in direkter Umgebung zum Naturschutzgebiet „Wöhrdener Loch“ befindet, ist eine Neuausrichtung geplant, welche den Bedürfnissen des in nächster Nähe befindlichen Vogelschutzgebietes gerecht wird. So wird der Besuch auf einer dort befindlichen Zeltwiese auf 10 - 15 Zelte begrenzt und ergänzt um etwa fünf einfache Übernachtungskojen. Die Durchführung von Veranstaltungen bleibt durch starke Reglementierungen eingeschränkt. Für den Kiosk in Nordermeldorf ist ein Anbau geplant, um eine Versorgung der Gäste auch bei regnerischem und kaltem Wetter zu ermöglichen. Zum Schutz der naheliegenden Feuchtwiesenbiotope wird mit Sichtschneisen gearbeitet, um Störungseffekte auszuschließen. Auf den Flächen zurückgebauter Parkplätze ist ein Kinder-Wasser-Spielplatz geplant, auf dem die Wasserwirtschaft im Speicherkoog spielerisch erlebbar gemacht wird. Randbereiche werden durch eine neue Priel-Lenkung zu Feuchtbiotopen ohne Nutzungsplanung entwickelt.

Nationalparkhaus von oben

Für den geplanten naturnahen Wohnmobilstellplatz in Elpersbüttel mit 50-60 Stellplätzen sollen Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen werden. Weitere Parkplätze werden zurückgebaut, um die brachliegenden Flächen für den Naturschutz aufzuwerten

Südlich des Nationalparkhauses „Wattwurm“ sind direkt am teils bereits gewerblich genutzten Hafengebiet maximal 70 Ferienwohneinheiten geplant. Ein Teil davon wird schwimmend im Hafenbecken installiert. In der Ausschreibung zu den Ferienhäusern werden ausdrücklich ein Nachhaltigkeitskonzept in der Bauweise und eine optische, wie ökologische Eingliederung der Häuser auf die bestehenden Flächen gefordert. Die Ausschreibungen laufen gerade aus. Interessante Konzepte sind bereits im Gespräch und bereit für die Umsetzung.

Ansprechpartnerin:
Farina Stucke, M.Sc.
Telefon: 0481-680886
Mail: stucke@buendnis-dithmarschen.de

(Fotos: R. Stecher, Entwurfsplanung von BDP.Rotterdam)