Naturschutzmaßnahmen in der Abbaugrube Wodansberg Projekt "Amphibien und Reptilien in Dithmarschen"

wodansberg bildIn der ehemaligen Sandabbaugrube Windbergen-Wodansberg finden sich noch Vorkommen der landesweit stark gefährdeten Reptilienart „Zauneidechse“, die eine Zielart in unserem Projekt „Amphibien und Reptilien in Dithmarschen“ ist. Zudem kommt dort die in Schleswig-Holstein sogar vom Aussterben bedrohte Heuschreckenart „Zweifarbige Beißschrecke“ vor. Letztere besitzt landesweit ihr einziges Vorkommen in der Abbaugrube Wodansberg.

Beide Arten besiedeln strukturreiche, besonnte Magerrasenflächen, die vor einigen Jahren in der Abbaugrube nur noch stellenweise an der sandigen Böschung und am Fuß der Böschung zu finden waren. Es bestand also ein dringender Handlungsbedarf den gemeinsamen Lebensraum der beiden Arten zu erhalten und wieder zu entwickeln. Ohne Maßnahmen würde der stete Rückgang der letzten offenen Bereiche durch fehlende Nutzung und zunehmende Verbuschung zu einem Verschwinden der Art aus der Grube führen. Zudem würde das einzige Dithmarscher Vorkommen und Schleswig-Holsteinischer Vorposten der Zweifarbigen Beißschrecke hierzulande aussterben!

Maßnahmen - Schritt 1 – Verbesserung des derzeitigen kleinflächigen Lebensraumes

Im Jahr 2016 wurden erste Entwicklungsmaßnahmen zur Förderung kleiner offener Sandflächen im Bereich der Böschung durch uns und in Abstimmung mit der Gemeinde Windbergen sowie der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt. Zudem wurde die fremdländische Späte Traubenkirsche von der Freifläche entfernt. Die Umsetzung wurde über den Fonds „Mehr Natur für Dithmarschen“ finanziert. Es ist ein erster Schritt, jedoch nicht ausreichend, um ein dauerhaftes Überleben der beiden Arten zu sichern.

Maßnahmen - Schritt 2 – Erweiterung des Lebensraumes

Eine Erweiterung der besonnten Magerstandorte ist hierzu notwendig. Anstehendes sandiges Material zur Schaffung der geeigneten Standorte fand sich allerdings nur noch in den nicht abgegrabenen als Wald eingestuften Bereichen, bspw. oberhalb der bereits bearbeiteten Böschung. Dort wuchs über mehrere Jahrzehnte ein monotoner, naturferner Fichtenforst auf. Die für die Erweiterung der Magerstandorte notwendigen Gehölzmaßnahmen im Fichtenforst wurden im Jahr 2018 in einer öffentlichen Gemeindevertretersitzung in Windbergen vorgestellt und eine Gestattungsvereinbarung abgeschlossen.

Im Winter 2018/19 erfolgte, nach Vorliegen der forstrechtlichen Genehmigungen, die komplette Entnahme der Fichten aus dem Forst. Ursprünglich sollten aus Projektsicht nur die vorderen Gehölzreihen des Forstes gerodet werden. Allerdings befürchtete die zuständige Untere Forstbehörde eine erhöhte Windwurfgefahr für den dahinterliegenden Bestand und forderte eine Entnahme des gesamten Bestandes. Ein hierfür notwendiger Teil der Forstfläche wurde von der Gemeinde Windbergen kurzfristig aus Mitteln des Fonds „Mehr Natur für Dithmarschen“ erworben. Als forstlicher Ausgleich für die dauerhafte Freistellung der ca. 0,3 ha großen angestrebten mageren Offenlandfläche wird ein fast doppelt so großer heimischer Laubwald im Norden der Gemeindeliegenschaft angepflanzt. Der nördliche Teil des Fichtenforstes wird zudem mit heimischen Gehölzen wieder aufgeforstet.

Auf der geschaffenen Offenlandfläche erfolgten nach dem Holzeinschlag die Stubbenrodung sowie das Abziehen der nadelstreu- und humusreichen Auflageschicht, um an magere Substrate für eine günstige Vegetationsentwicklung zu gelangen. Die Aufforstung mit heimischen, standortgerechten Laubgehölzen soll voraussichtlich im kommenden Herbst / Winter 2019 erfolgen. Zudem ist die Herstellung einer Wildschutzzäunung angedacht.

Ansprechpartner:
René Seifert, M.Sc.
Telefon: 0481-680816
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(Foto: C. Winkler)

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